Siemens Mobility und Henkel–Würth Partnerschaft: Neuer Meilenstein im industriellen FDM 3D-Druck

 In Aus der Werkstatt

Der FDM 3D-Druck entwickelt sich von der Prototypenerstellung hin zur Serienproduktion und zeigt kontinuierlich neue Anwendungen in der Industrie. Diese Woche verdeutlichten zwei bedeutende Entwicklungen den Stand des industriellen FDM 3D-Drucks bei Wartung und Materialzertifizierung: Siemens Mobility standardisiert die Verwendung von FDM-Ersatzteilen in seinen Wartungswerkstätten, und die Partnerschaft zwischen Henkel und Würth setzt neue Maßstäbe bei der industriellen Materialzertifizierung.

Siemens Mobility: FDM wird Standard in Wartungswerkstätten

Siemens Mobility kündigte an, die Verwendung von 3D-gedruckten FDM-Ersatzteilen in den Zugwartungszentren europaweit zur Standardprozedur zu machen. Das Unternehmen begann damit, die Herstellung von Kleinserien-Komponenten – von Fahrgastinformationspanelen bis zu Kabelführungen – vor Ort mit FDM-Druckern durchzuführen, anstatt diese aus zentralisierten Lagerbeständen zu beziehen.

Die wichtigsten Materialien in dieser Anwendung sind:

  • PC-ABS: Langlebige Innenkomponenten und Konsolenbaugruppen
  • PETG-CF: Kohlefasergestärkte Steuerungskasten-Halterungen
  • ASA: Außengehäuse für Signalisierungskomponenten

Dieser Schritt reduziert die Lieferkette für Ersatzteile im Schienenverkehr von Wochen auf Tage und senkt die Lagerkosten erheblich. Der erfolgreiche Einsatz von 3D-gedruckten FDM-Ersatzteilen in der Industriewartung schafft eine wichtige Referenz, besonders für Branchen mit niedrigen Stückzahlen und spezialisierten Anforderungen.

Henkel–Würth-Partnerschaft: Neuer Standard für industrielle Materialzertifizierung

Henkel und die Würth Group gründeten eine Partnerschaft zur Entwicklung einer speziell zertifizierten Materialfamilie für den industriellen FDM 3D-Druck. Das erste Produkt ist ein kohlefaserverstärktes PETG-Filament, das speziell für Automatisierungsausrüstungen mit hohen Anforderungen an mechanische Festigkeit und chemische Beständigkeit entwickelt wurde.

Im Rahmen der Partnerschaft wird jede Filament-Charge die industrielle Qualitätskontrollinfrastruktur von Würth durchlaufen und chargenbezogen zertifiziert. Dies garantiert Unternehmen in Automation und Robotik, dass ihre FDM-gedruckten Teile eine konsistente Qualität aufweisen. Die Standardisierung von FDM 3D-Druck mit Ingenieurmaterialien wird als Meilenstein beim Übergang der Industrie vom Prototypen zur Serienproduktion angesehen.

Was bedeuten diese Entwicklungen für Praktiker?

Diese beiden Entwicklungen zeigen, dass FDM-Technologie nicht mehr nur Hobbyisten oder Prototyping-Werkstätten vorbehalten ist, sondern ein integraler Bestandteil großangelegter Industriebetriebe wird. Zertifizierte Materialien und standardisierte Produktionsprozesse erhöhen die Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit des FDM-Drucks und eröffnen damit deutlich breitere Einsatzbereiche.

Wenn Sie bei Ihrem Projekt das richtige Material auswählen und ein qualitativ hochwertiges FDM-Druckergebnis erzielen möchten, ist die Auswahl eines Ingenieurfilaments, das Ihren mechanischen Anforderungen entspricht, der erste Schritt. Weitere Informationen finden Sie in unserem PETG-Materialleitfaden.

Falls Sie unsicher sind, welches Material für Ihr Projekt geeignet ist, oder wenn Sie einen FDM-Druck in industrieller Qualität benötigen, können Sie uns über unsere Quick-Quote-Seite erreichen, um Ihr Projekt bewerten zu lassen. Mit transparenten Preisen und Lieferung innerhalb eines Arbeitstages sind wir an Ihrer Seite.

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