Retraktionseinstellung: So vermeiden Sie Stringing richtig
Es ist fast jedem schon passiert: Wenn der Druckkopf von einer Stelle zur anderen wandert, hinterlässt er dünne Kunststofffäden auf der Oberfläche. Die wirksamste Lösung dieses Problems ist eine korrekte Retraktionseinstellung (auch Retraktion genannt). Die Retraktion bewirkt, dass das Filament einige Millimeter zurückgezogen wird, während die Düse in Bewegung ist, wodurch der Druck an der Düsenöffnung sinkt und verhindert, dass ausgelaufener Kunststoff auf die Oberfläche klebt.
Was macht die Retraktion genau?
Der geschmolzene Kunststoff steht in der Düse unter Druck. Wenn der Kopf leerläuft, drückt dieser Druck das Material heraus. Retraktion funktioniert so, dass der Extruder das Filament um eine kurze Strecke zurückzieht, wodurch dieser Druck augenblicklich abnimmt. Es gibt zwei grundlegende Parameter: Rückzugsdistanz und Rückzugsgeschwindigkeit.
Wie bestimmen Sie Entfernung und Geschwindigkeit?
Die richtigen Werte hängen vom Extruder-Typ und vom Material ab. Als allgemeiner Ausgangspunkt gilt:
- Bowden-Systeme: Aufgrund der Schlauchverlängerung ist eine größere Entfernung erforderlich; normalerweise werden Werte zwischen 4 und 7 mm ausprobiert.
- Direct-Drive-Systeme: Da der Motor nah am Extruder ist, reichen meist 0,5–2 mm aus.
- Rückzugsgeschwindigkeit: Ein Bereich von 25–45 mm/s liefert für die meisten Setups ein ausgewogenes Ergebnis.
- Materialunterschiede: PETG leckt stärker als PLA; bei diesem Material kann ein leicht erhöhter Rückzugsabstand helfen.
Vermeiden Sie zu hohe Einstellungen
Zu hohe Rückzugsdistanz oder -geschwindigkeit können ebenfalls Probleme verursachen. Eine übertriebene Retraktion kann zu folgenden Symptomen führen:
- Verstopfung: Das Filament kühlt im Düsenhals ab und verstopft.
- Under-Extrusion: Das Filament kehrt nach dem Rückzug nicht vollständig zurück und erzeugt Lücken in der Druckoberfläche.
- Verschleiß: Das Zahnrad des Extruders schleifen das Filament ab und verliert den Grip.
Die beste Methode ist, die Werte in kleinen Schritten zu ändern und ein Retraktions-Testmodell zu drucken. Ändern Sie immer nur einen Parameter zur Zeit, beobachten Sie das Ergebnis und fahren Sie dann mit dem nächsten fort. Auf diese Weise können Sie klar sehen, welche Änderung welche Auswirkungen hat.
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