MX3D erhält DNVs höchste Zertifizierung für kritische Teile im WAAM-3D-Druck

 In Aus der Werkstatt

Das höchste Zertifizierungsniveau für additive Fertigung, das MX3D von DNV erhalten hat, zeigt: Damit 3D-Druck für kritische Industriebauteile eingesetzt werden kann, sind überprüfbare Prozesse ebenso wichtig wie die Fertigung selbst. Das in Amsterdam ansässige Unternehmen wurde für seine Anlage zur draht- und lichtbogenbasierten additiven Fertigung (WAAM) nach Additive Manufacturing Criticality 3 (AMC3) zertifiziert. DNV bezeichnet diese Einstufung als die höchste Kritikalitätsstufe.

Was umfasst die Zertifizierung?

Laut einem Bericht von 3D Printing Industry vom 5. Oktober 2026 gab MX3D bekannt, die erste WAAM-Anlage zu sein, die dieses Niveau erreicht hat. Die Zertifizierung ermöglicht es dem Unternehmen, hochkritische Metallkomponenten für Anwendungen in der Schifffahrt, der Energiebranche und der Verteidigung herzustellen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Bauteil automatisch zugelassen oder unabhängig vom Einsatzort sicher ist: Für bestimmte Produkte und Anwendungen bleiben Anforderungen an Konstruktion, Material, Fertigungsparameter und Prüfung entscheidend.

WAAM ist ein Fertigungsverfahren, bei dem Metalldraht mithilfe einer Wärmequelle, ähnlich dem Lichtbogenschweißen, Schicht für Schicht aufgetragen wird. Während bei FDM Kunststofffilament geschmolzen und abgelegt wird, kommt bei WAAM Metalldraht zum Einsatz. Daher unterscheiden sich Ausrüstung, Materialien und Validierungsanforderungen der beiden Verfahren. Diese Nachricht ist nicht so zu verstehen, dass mit einem FDM-Service Metallteile hergestellt werden können.

Wie entsteht Vertrauen in der industriellen Fertigung?

Ob ein kritisches Bauteil akzeptiert wird, hängt nicht allein davon ab, ob seine Geometrie stimmt. Hersteller müssen die Rückverfolgbarkeit der verwendeten Materialcharge, die Konsistenz der Prozessparameter und den erfolgreichen Abschluss der erforderlichen Prüfungen nachweisen. Eine Zertifizierung wie AMC3 zeigt, dass diese Fähigkeiten anhand eines bestimmten Rahmens bewertet wurden. Sie liefert Kunden und Aufsichtsstellen Nachweise darüber, wie das Fertigungssystem gesteuert wird.

Dieser Ansatz macht eine zentrale Herausforderung beim Übergang der additiven Fertigung vom Prototyp zur reproduzierbaren Produktion deutlich: Von der Konstruktion bis zur Endkontrolle müssen Aufzeichnungen geführt und Akzeptanzkriterien im Voraus festgelegt werden. Große und komplexe Bauteile herstellen zu können, reicht allein nicht aus; auch die Frage, wie einzelne Merkmale geprüft werden, muss Teil des Arbeitsablaufs sein.

Was FDM-Anwender daraus mitnehmen können

MX3Ds Zertifikat bezieht sich zwar speziell auf WAAM, doch die Grundsätze der Rückverfolgbarkeit und Qualitätsplanung sind auch für Kunststoffteile aus dem FDM-Druck hilfreich. Bei einer Vorrichtung oder einem Gehäuse kann es beispielsweise Nacharbeit reduzieren, wenn Sie früh festlegen, welche Maße kritisch sind, Druckausrichtung und Material passend zu den Einsatzbedingungen wählen und anschließend das erste Bauteil vermessen und prüfen. Die Zertifizierungsklasse industrieller Metallverfahren darf jedoch nicht mit Desktop- oder Service-FDM-Druck nach denselben Standards oder im selben Geltungsbereich bewertet werden.

Damit ein Bauteil mit dem passenden Verfahren gefertigt wird, sollten Konstruktion, Einsatzumgebung und erforderliche Festigkeit gemeinsam betrachtet werden. Informationen zu Fertigungsoptionen für Prototypen, Vorrichtungen und Ersatzteile, die sich mit FDM herstellen lassen, finden Sie auf der Seite 3D-Druck-Service. Um Materialien zu vergleichen, können Sie sich die Optionen für den 3D-Druck mit technischen Materialien ansehen. Laden Sie Ihre Datei hoch und nutzen Sie den 3D-Druck-Preisrechner, um die voraussichtlichen Kosten zu ermitteln. Wenn Konstruktion und Einsatzbedingungen gemeinsam betrachtet werden, lassen sich auch die Auswirkungen von Geometrie und Druckeinstellungen auf den Preis besser nachvollziehen.

Um zu verstehen, wie die Belastbarkeit von FDM-Bauteilen von der Druckausrichtung abhängt, bietet der Leitfaden zu den Auswirkungen der Druckausrichtung auf die Bauteilfestigkeit einen praktischen Einstieg. Die zentrale Botschaft des MX3D-Beispiels: Bei der Einführung eines neuen Fertigungsverfahrens sollten neben der Kapazität auch Qualitätssicherung und anwendungsgerechte Validierung eingeplant werden.

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