Akustikpaneel aus dem Kentstrapper Mille zeigt den Beitrag des FDM-Drucks zur Architektur
FDM-3D-Druck wird meist mit Prototypen, Vorrichtungen und kleinen Bauteilen in Verbindung gebracht, doch Großformatsysteme erproben inzwischen auch andere Bauelemente. Das mit dem Kentstrapper Mille gefertigte Akustikpaneel zeigt anhand von Messungen, wie die Druckgeometrie bei der Sanierung von Schulen und Büros zur akustischen Leistung beitragen kann. Entscheidend ist dabei nicht, dass die Technologie in jedem Fall die Serienproduktion ersetzt, sondern dass sie die Validierung speziell geformter Komponenten in einem funktionsfähigen Bausystem ermöglicht.
Ein im Universitätsprojekt getestetes Paneel
Laut einem Bericht von 3D Printing Industry vom 30. September 2026 druckte der italienische Druckerhersteller Kentstrapper im Rahmen des Forschungsprojekts REVERSING der Universität Florenz ein Akustikpaneel für Innenräume. Das Projekt entwickelt ein vorgefertigtes Fassadensystem mit Trockenmontage zur energetischen Sanierung bestehender Schulen und Büros. Das Paneel wurde entwickelt, um den Nachhall zu kontrollieren, der die Sprachverständlichkeit in Klassenräumen und Büros beeinflusst.
Das Paneel wurde nach dem Verfahren ISO 354 in einem Hallraum getestet, in dem der Nachhall kontrolliert und nicht vollständig ausgeschlossen wird. Den im Bericht genannten Ergebnissen zufolge wurde ein bewerteter Schallabsorptionsgrad von 0,90 gemessen; in der Klassifizierung nach ISO 11654 erreichte das Paneel die Klasse A. Im Vergleich zu einer allein verwendeten Mineralwollplatte verringerte sich die Nachhallzeit bei 500 Hz um 41 Prozent und bei 1.000 Hz um 45 Prozent. Auch der STI-Wert zur Beurteilung der Sprachverständlichkeit stieg von 0,47 auf 0,52. Diese Ergebnisse gelten für ein bestimmtes Paneel und einen bestimmten Versuchsaufbau; sie lassen sich nicht auf jedes FDM-Bauteil oder jeden Raum übertragen.
Für die akustische Leistung ist nicht nur das Material entscheidend
Die Oberfläche des Paneels weist ein wellenförmiges Profil und Löcher mit unterschiedlichen Durchmessern auf. Die Geometrie der Öffnungen und des rückseitigen Hohlraums variiert je nach Position entsprechend der akustischen Berechnung; die gedruckte Schale wirkt mit der dahinter angeordneten Mineralwolleschicht zusammen. Das parametrische Modell wurde vom Team der Universität Florenz in Rhinoceros und Grasshopper erstellt und gemeinsam mit dem Hersteller an die Grenzen des Druckverfahrens angepasst.
Für die Herstellung kam der Mille mit einem Bauvolumen von 1.000 × 1.000 × 1.000 mm zum Einsatz. Dem Bericht zufolge wurden die Teile aus PETG mit einer 0,8-mm-Düse und einem geringen Materialdurchfluss gedruckt. Das Paneel besteht aus acht Teilkomponenten; jede misst 860 × 344 mm und benötigte etwa 56 Stunden für den Druck. Diese Angaben zeigen auch, welche Rolle die Aufteilung eines großen Bauteils in Module für Montage und Produktionsplanung spielt, anstatt es in einem Stück zu drucken.
Ein erfolgreicher Prototyp ist nicht gleich Serienproduktion
Die Forschenden stellen ausdrücklich fest, dass der aktuelle Zeit- und Materialaufwand für einen experimentellen Prototyp geeignet ist, unter denselben Bedingungen jedoch keine Serienproduktion ermöglicht. Diese vorsichtige Einschätzung ist wichtig: Eine gemessene akustische Leistung garantiert nicht automatisch eine wirtschaftliche Serienproduktion oder dass in jedem Projekt dasselbe Ergebnis erzielt wird. Maßstab, Material, Montageart sowie Brandschutz- und Bauvorschriften müssen gesondert geprüft werden.
Dennoch veranschaulicht dieser Anwendungsfall, welche Möglichkeiten FDM über das Prototyping hinaus bei Bauteilen mit spezieller Geometrie und begrenzten Stückzahlen bietet. Wenn Sie für Ihr eigenes Projekt das geeignete Material und die passende Aufteilung in Einzelteile prüfen möchten, können Sie sich über unseren 3D-Druckservice informieren, auf der Seite Preise für günstigen 3D-Druck mehr über die Preisgestaltung erfahren und Ihr Modell mit dem Rechner für Online-3D-Druck bewerten. Für Entscheidungen zu Geometrie und Material können Sie außerdem unsere FDM-Druckmaterialien vergleichen. Quelle: 3D Printing Industry, 30. September 2026.

