Warum Prusa XL+, CORE One+ Gen 2 und CORE One L+ wichtig sind: Fokus auf Aufrüstbarkeit beim FDM-Drucker-Update
Mit seiner Ankündigung vom 13. August 2026 hat Prusa Research seine Desktop-FDM-Produktfamilie gleichzeitig aktualisiert: Prusa XL wird nun unter dem Namen XL+ weitergeführt; die CORE One-Serie wird mit CORE One+ Gen 2 und CORE One L+ erneuert. Auf den ersten Blick könnte dieser Schritt wie eine reine Umbenennung neuer Modelle wirken. Der eigentlich wichtige Teil der Nachricht ist jedoch, dass Prusa Leistung nicht nur durch den Verkauf neuer Maschinen betrachtet, sondern mit einer Aufrüstungslogik, die auch bestehende Nutzer im Spiel hält. Dieser Ansatz kann Investitionen in Ausrüstung für Prototypen und Kleinserien langlebiger machen.
Aus Sicht der Ucuz3D-Leser gibt es hier zwei kritische Signale. Erstens werden im Desktop-FDM-Bereich inzwischen neben der Geschwindigkeit auch die Startzuverlässigkeit des Drucks, die Oberflächenqualität und die Wartungsfreundlichkeit zu Wettbewerbsfaktoren. Zweitens sind Eigenschaften wie geschlossene Kammer, stabilere Kühlung und Werkzeugwechsel nicht mehr nur hochklassigen Industriesystemen vorbehalten. Wenn auch Sie ein Teil über den 3D-Druckservice validieren lassen und anschließend überlegen, in Ihrer eigenen Werkstatt ähnliche Arbeitsabläufe aufzubauen, sind solche Plattform-Updates direkt verfolgungswürdig.
Was sticht bei diesem Update technisch hervor?
Bei allen erneuerten Modellen fallen zwei gemeinsame Details auf: das neue Nozzle-Wiper-System und GT1.5-Riemen. Laut VoxelMatters war der Nozzle Wiper eines der von der Community am häufigsten gewünschten Merkmale für einen sauberen Start. Die Änderung auf der Riemenseite zielt dagegen darauf ab, feine wiederkehrende Spuren auf großen und flachen Oberflächen zu reduzieren. Das kann insbesondere bei Gehäusen, Paneelen und Prototypteilen mit sichtbarer Oberflächenanforderung in der Praxis einen Unterschied machen.
Bei CORE One+ Gen 2 ist die verkürzte Zeit bis zum Start der ersten Schicht wichtig. Dank der neu konstruierten Bettanbindung entfällt bei Materialien wie PLA und PETG, die mit niedrigerer Betttemperatur gedruckt werden, das Warten darauf, dass “Wärme entzogen wird”. Das ist für sich genommen keine Nachricht über einen Geschwindigkeitsrekord; es ist aber eine Verbesserung, die die Summe kleiner Verzögerungen im Tagesbetrieb verringert. Vor allem in Werkstätten mit häufigem Teilewechsel können solche Ablaufverbesserungen die gesamte Zykluszeit spürbar beeinflussen.
Beim XL+ haben dagegen das 360-Grad-Kühlsystem und der Tool Offset Sensor den größeren Nachrichtenwert. Die neue Kühlarchitektur zielt auf ausgewogenere Ergebnisse bei Brücken, Overhang-Oberflächen und feinen Details. Der Tool Offset Sensor beschleunigt wiederum die Kalibrierung in Multi-Toolhead-Setups erheblich. Für Nutzer, die mit mehreren Farben oder verschiedenen Nozzles auf derselben Maschine arbeiten, bedeutet das nicht nur Komfort, sondern auch weniger Stillstandszeit.
Warum ist das nicht nur eine neue Modellmeldung, sondern auch eine Nachricht über das Geschäftsmodell?
Der aus meiner Sicht stärkste Punkt dieser Ankündigung ist, dass Prusa seine Aufrüstungsphilosophie klar beibehält. Das Unternehmen sagt, dass es ältere Maschinen weiterhin mit Firmware, Profilen, Ersatzteilen und Support versorgen wird und dass für manche Nutzer auch der Weg zu Hardware-Upgrades offen bleibt. In der FDM-Welt bringen viele Marken eine neue Version auf den Markt und lassen das ältere Gehäuse damit faktisch veralten. Hier steht dagegen die Idee im Vordergrund, sich der neuen Generation zu nähern, ohne die bestehende Maschine komplett wegzuwerfen. Für Nutzer, die ihre Kapitalrendite berechnen, ist das eine wichtige Botschaft.
Bei der Teileentwicklung besteht die Kostenrechnung weiterhin nicht nur aus dem Druckerpreis. Materialwahl, Nachdruckquote, Wartung, Wartezeit und Effizienz pro Teil sollten zusammen betrachtet werden. Deshalb sollte man bei der Produktionsplanung nicht nur das Gerät, sondern auch die Logik günstiger 3D-Druckpreise und den grammbasierten Kostenansatz richtig lesen. Ein Prozess, der äußerlich gut aussieht, aber beim zweiten Druck Probleme verursacht, kann auf dem Papier günstig wirken, in Wirklichkeit aber teuer sein.
Was bedeutet das praktisch für Ucuz3D-Nutzer?
Diese Nachricht ist besonders für drei Nutzertypen relevant. Erstens für Produktentwickler, die regelmäßig Prototypen beziehen. Zweitens für kleine Werkstätten, die Vorrichtungen, Fixierungen oder Gehäuse herstellen. Drittens für Nutzer, die gelegentlich auf stärker engineering-orientierte Materialien umsteigen möchten. Der Ansatz des XL+ mit wärmerer und stabilerer Kammer signalisiert Interesse an PC Blend oder kohlenstoffverstärkten Klassen; den allgemeinen Rahmen zu diesen Bereichen können Sie auf der Seite 3D-Druck mit technischen Materialien sehen.
Zusammengefasst zeigt dieser Schritt von Prusa, dass es beim Wettbewerb im Desktop-FDM nicht mehr nur darum geht, “schneller” zu sein. Ein sauberer Start, weniger Kalibrierungsaufwand, ein stärkerer Aufrüstungsweg und stabilerer Druck bei großem Bauvolumen gehören nun zum selben Paket. Wenn Sie für Ihr eigenes Teil nach dem passenden Verfahren suchen, ist es sinnvoller, zunächst Ihr Szenario im Ablauf Online-3D-Druck zu sehen und danach die allgemeinen Materialoptionen auf der Seite Unsere Druckmaterialien zu vergleichen.
Quelle: VoxelMatters, 13. August 2026.

