Vom Gedanken zum Prototyp: Die Geschichte einer maßgeschneiderten Serviettenkiste für ein Kaffeehaus

 In Aus der Werkstatt

Letzten Monat kontaktierte uns der Inhaber eines kleinen Kaffeeladens mit einer alltäglichen, aber drängenden Frage: Servietten, die überall auf der Theke verstreut lagen. Das gesuchte Produkt gab es nicht von der Stange: ein Serviettenbehälter, der auf die schmale Theke passte, zum Holz-Grün-Farbschema des Ladens harmonierte und obendrein das kleine Firmenlogo tragen sollte. Genau an dieser Stelle griff die 3D-Druck-Prototypenentwicklung ein – denn der schnellste Weg, eine einzelne Idee ohne teure Werkzeugherstellung in ein greifbares Objekt zu verwandeln, war diese Methode.

Die Idee in ein messbares Design umwandeln

Zunächst besuchten wir den Laden und vermessen die Theke sowie die Abmessungen der verwendeten Servietten. Ein gutes Design beginnt, noch bevor der erste Strich gezeichnet wird, mit genauen Messungen. Sobald die Servietten-Breite, die Anzahl der zu lagernden Stücke und der verfügbare Platz auf der Theke klar waren, entstand die erste Skizze.

Bei dieser ersten Entwurfsskizze achteten wir auf folgende Punkte:

  • Eine Neigung, die Servietten hält, ohne sie zu quetschen, sie aber nicht im Wind davon fliegen lässt
  • Eine vordere Öffnung, die das Entnehmen von Servietten mit einer Hand ermöglicht
  • Eine flache Fläche, auf der das Logo als Reliefprägung lesbar ist
  • Eine Form, die auf der feuchten Theke nicht verfärbt wird und leicht abgewischt werden kann

Warum zunächst ein Prototyp?

Der erste Druck ist niemals das Endprodukt. Beim ersten Versuch war die Servietten-Öffnung zu eng und der Stapel ließ sich nur schwer einführen. In der zweiten Version vergrößerten wir die Öffnung um einige Millimeter und verstärkten die Basis. Bei der dritten Version justieren wir die Logotiefe nach. Diese drei schnellen Durchläufe sparten Wochen ein, die bei der klassischen Formherstellung anfallen würden – und senkten die Kosten erheblich.

Bei der Prototypenentwicklung ist es sinnvoll, zunächst mit einem leicht zu verarbeitenden und wirtschaftlichen Material wie PLA zu beginnen. Nach Klärung der Form wechselten wir zu einem robustereren Material wie PETG, das weniger von Feuchte beeinflusst wird – ideal für die Kaffeeladen-Umgebung. So blieben sowohl die Versuchskosten niedrig als auch das Endprodukt einsatzfähig.

Einige praktische Lektionen aus dem Prozess

Bei maßgeschneiderten Teilen wie diesen spart man die meiste Zeit, wenn man von Anfang an genaue Messungen nimmt und realistische Erwartungen hat. Ein Objekt, das auf dem Bildschirm gut aussieht, muss auch in der Hand funktionieren. Ein physischer Prototyp offenbart ergonomische Details, die man auf dem Monitor übersehen würde.

Falls auch Sie ein solches Bauteil im Sinn haben, das Sie nicht im Standardsortiment finden – eine grobe Skizze oder sogar nur die Maße reichen zu Anfang aus. Um einen geschätzten Preis vorher zu sehen, können Sie unsere Seite Produktionspreise besuchen, und Ihre Idee dann über unser Express-Anfrage-Formular mit uns besprechen.

Halten Sie jene kleine Produktidee fest, die Sie haben; der beste Moment, darüber zu sprechen, ist genau dann, wenn Sie den ersten Entwurf skizziert haben.

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