PLA oder ABS? Der richtige Kunststoff für Anfänger und Haltbarkeit
Eine der häufigsten Fragen von Anfängern im FDM-Druck: PLA oder ABS? PLA druckt leicht, ABS ist haltbarer — das ist wahr, aber es geht noch weiter. In der letzten Zeit haben neue vollständig geschlossene Drucker und verbesserte Filamentformeln ABS zugänglicher gemacht, während PLA mit industriellen Zusätzen seine Grenzen erweitert. Lassen Sie uns beide Materialien von Grund auf vergleichen und gemeinsam entscheiden, welches Filament für welches Projekt geeignet ist.
PLA: Das unverzichtbare Anfängermaterial
PLA (Polymilchsäure) ist ein biologisch abbaubarer Kunststoff, der aus erneuerbaren Rohstoffen wie Maisstärke und Zuckerrohr hergestellt wird. Es gibt drei Hauptgründe, warum es das am häufigsten verwendete Material im Desktop-3D-Druck ist:
- Druckfreundlichkeit: Es druckt problemlos im Temperaturbereich von 190–220 °C, benötigt keine geschlossene Druckkammer und hat minimale Verzugssprobleme (Randkräuseln). Die Haftung der ersten Schicht ist auch viel leichter als bei ABS.
- Geruchlos: Im Gegensatz zu ABS entwickelt es beim Erhitzen keinen störenden chemischen Geruch, was es ideal für geschlossene Büro- oder Wohnräume macht.
- Breite Farb- und Effektpalette: Es gibt zahlreiche PLA-Varianten: Seide, Holzfüllung, leuchtend im Dunkeln, metallischer Look und Farbwechsel-Varianten. Für schnelle Prototypen-Herstellung gibt es auch Spezialformeln wie Prusament PLA High Speed.
PLA hat zwei Hauptlimits: geringe Wärme- und UV-Beständigkeit. Bei etwa 55–60 °C wird es weich; ein PLA-Teil, das im Sommer im Auto liegen gelassen wird, verliert schnell seine Form. Es ist auch nicht so schlagfest wie PETG oder ABS und sollte nicht als erste Wahl für Teile verwendet werden, die kontinuierliche mechanische Lasten tragen.
ABS: Der Standard für Haltbarkeit
ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) ist ein industrieller Kunststoff aus der Spritzgusswelt. Sie finden ihn überall — von Legosteinen über Armaturenbretter bis hin zu Gehäusen für Elektrogeräte. Im FDM-Druck hat es diese Vorteile:
- Hohe Schlagfestigkeit: Es ist viel zäher als PLA und widersteht Stürzen und Stößen deutlich besser. Ideal für funktionsfähige Prototypen und Teile für den täglichen Gebrauch.
- Wärmefestigkeit: Es behält seine Form bis etwa 100 °C, daher geeignet für Motorbereich, Küchengeräte oder Teile mit heißem Wasserkontakt.
- Nachbearbeitbarkeit: Mit Acetonverdampfung (Vapor Smoothing) lässt sich eine glatte, glänzende Oberfläche erzielen. Auch Schleifen, Grundierung und Lackierung funktionieren ausgezeichnet auf ABS.
ABS bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Eine geschlossene Druckkammer und eine beheizte Druckplatte von 100–110 °C sind fast zwingend erforderlich; sonst wird Verzug, besonders bei größeren Teilen, unvermeidlich. Der während des Drucks entstehende Styrol-Geruch erfordert gute Belüftung. Das Finden des richtigen Temperatur- und Abkühlungsgleichgewichts bedeutet auch mehr Versuch und Irrtum als bei PLA.
Wann sollte man welches Material wählen?
Eine einfache praktische Regel: Verwenden Sie PLA für dekorative Objekte, visuelle Prototypen, Modelle und Teile mit geringer mechanischer Belastung. Wenn mechanische Festigkeit, Wärmefestigkeit oder Schlagfestigkeit im Vordergrund stehen, greifen Sie zu ABS oder Ingenieurmaterialien wie ASA. Der beste Weg für Anfänger ist, mit PLA zu beginnen, die Grundeinstellungen zu erlernen und dann zu ABS zu wechseln. Wenn Sie die Herausforderungen von ABS nicht eingehen möchten, ist ASA-Filament eine Alternative, das ähnliche mechanische Eigenschaften wie ABS bietet, aber leichter zu drucken ist.
Unabhängig davon, welches Material Sie wählen, sind die richtigen Slicing-Einstellungen und hochwertiges Filament der Schlüssel zu erfolgreichem Druck. Als Ucuz3D bieten wir 17 verschiedene FDM-Materialien für jedes Projekt an und beraten unsere Kunden bei der richtigen Materialwahl. Sie können alle unsere Materialoptionen hier einsehen, um zu sehen, welches Material am besten zu Ihrem Teil passt. Um für Ihr eigenes Design den Preis sofort zu berechnen und die beste Materialentscheidung zu treffen, sind nur wenige Klicks nötig. Weitere Informationen zur richtigen Materialwahl im FDM-Druck finden Sie auch in unseren grundlegenden Begriffen im Glossar der additiven Fertigung.







