Militärischer 3D-Druck mit durchgehenden Fasern: Continuous Composites unterzeichnet Vertrag mit US-Armee
Die Rüstungsindustrie setzt immer neue Meilensteine bei der Integration von militärischen 3D-Druck-Technologien in Produktionslinien. Das in Idaho ansässige Unternehmen Continuous Composites, Inc. (CCI) gab die Unterzeichnung eines mehrjährigen Vertrags mit dem US Army Developmental Command (DEVCOM) Aviation and Missile Center bekannt. Die CF3D-Technologie für durchgehenden Faserverbund-3D-Druck des Unternehmens wird zur Lösung von Herstellbarkeits- und Kostenherausforderungen bei präzisions-Lenkflugkörpern bewertet. Die Arbeit wird im Rahmen des ManTech (Manufacturing Technology)-Programms der US-Armee durch America Makes durchgeführt. Solche militärischen 3D-Druck-Projekte zeigen die schnelle Reifung der additiven Fertigung in der Verteidigungs-Lieferkette.
Was ist CF3D-Technologie und wie funktioniert sie?
CF3D ist ein Verfahren, das die 3D-Druckfertigung von faserverstärkten Verbundwerkstoffen mit durchgehenden Fasern ermöglicht. Während in der herkömmlichen Verbundstoffherstellung Fasern manuell oder formgebunden positioniert werden müssen, ermöglicht CF3D es, die Faserausrichtung digital zu gestalten und nach der Teilgeometrie zu optimieren. Dadurch werden Materialverschwendung reduziert und in kritischen Bereichen die Faserdichte erhöht, um die mechanische Leistung zu verbessern. Das Verfahren nutzt durchgehende Kohlenstofffasern oder Glasfasern, die in duroplastisches Harz eingebettet sind, und erreicht mechanische Eigenschaften ähnlich wie herkömmliche Prepreg-Verbundstoffe. Allerdings bietet es erhebliche Vorteile bei der Produktionszeit und den Werkzeugkosten. Die Arbeit von CCI an der Precision Strike Missile-Architektur konzentriert sich besonders auf Effizienz- und Wiederholbarkeitsprobleme, die bei der Herstellung komplexer Geschossbauteile auftreten.
Die wachsende Rolle des 3D-Drucks in der Verteidigungs-Lieferkette
Dieser Vertrag zeigt deutlich, wo additive Fertigung in der US-Verteidigungs-Lieferkette angekommen ist. Herkömmliche Herstellungsverfahren haben Beschränkungen bei Effizienz, Wiederholbarkeit und Lieferkettenwiderstandsfähigkeit, besonders bei niedrigen Stückzahlen und hochwertigen Geschossbauteilen. Technologien wie militärischer 3D-Druck nach CF3D sind speziell dazu ausgelegt, diese Grenzen zu überwinden. Das Unternehmen konzentriert sich im Rahmen des Vertrags auf drei Hauptziele: Verbesserung der Produktionseffizienz, Reduzierung der Teileabweichungen und Stärkung der Lieferkettenwiderstandsfähigkeit. CCI hatte zuvor auch Mittel von AFWERX für CF3D-Integrationsmethoden erhalten, und dieser neue Vertrag beweist das gesteigerte Reifungsniveau der Technologie. Der Anteil der additiven Fertigung im Verteidigungs-Budget wächst jedes Jahr, was neue Chancen im industriellen 3D-Druck-Markt schafft.
Die Brücke zwischen FDM und Verbund-3D-Druck
Obwohl CF3D-Technologie ein industrielles Verbundherstellungsverfahren ist, teilt es grundlegende Prinzipien mit FDM-Technologie. Durchgehende faserverstärkte Filamente können als verstärkte FDM-Materialien betrachtet werden – ähnlich wie der Einsatz von kohlenstofffaserverstärktem Filament in FDM-Druckern. Die weit verbreitete Verwendung von FDM in der Rüstungsindustrie für Prototyping und Ersatzteilproduktion zeigt, dass diese Technologien sich gegenseitig ergänzen. Beispiele wie die Verwendung von FDM durch Rheinmetall UK bei Panzerkanalteilen oder der Wechsel der US Air Force zu 3D-gedruckten Mikroventilatoren in ihrer C-17-Flotte zeigen die schnelle Reifung additiver Fertigung in der Verteidigung. Die niedrigen Kosten und schnelle Prototyping-Fähigkeit der FDM-Technologie machen sie zu einem unverzichtbaren Werkzeug in den F&E-Prozessen von Verteidigungsunternehmen.
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