Was ist Ironing? Die Slicer-Funktion für glashelle Oberflächen
Bei 3D-Drucken können die Schichtlinien auf der Oberseite, besonders auf ebenen und breiten Flächen, das Aussehen des Druckteils beeinträchtigen. Glücklicherweise kann die in Slicer-Programmen verfügbare Ironing-Funktion (Glätten), dieses Problem weitgehend beheben. Aber was ist Ironing, in welchen Fällen wird es verwendet und wie werden die richtigen Einstellungen vorgenommen? In diesem Artikel erklären wir diese Funktion, die die Qualität der Oberseite auf professionelles Niveau hebt, in allen Details.
Was ist Ironing und wie funktioniert es?
Ironing ist ein Prozess, bei dem das Slicer-Programm nach dem Abschluss der letzten Schicht die Düse über die gleiche Oberfläche führt, aber nicht wie beim normalen Druck ständig Filament abgibt. Die heiße Düse glättet die vorhandene Oberfläche leicht mit einer geringen Menge an geschmolzenem Filament und verdichtet sie, ähnlich wie ein Bügeleisen ein Tuch glätten würde. Das Ergebnis ist, dass die Schichtlinien weitgehend verschwinden und eine glatte, leicht glänzende Oberseite entsteht.
Diese Funktion ist besonders in folgenden Fällen vorteilhaft:
- Ebene und breite Oberflächen: Teile wie Schachteln, Abdeckungen, Schilder und Anzeigetafeln.
- Visuell hochwertige Produkte: Prototypen für den Verkauf, Ausstellungsmodelle und Geschenkartikel.
- Verkürzung der Nachbearbeitungszeit: Reduziert die Notwendigkeit von Schleifen und Grundieren, was die Produktionsgeschwindigkeit erhöht.
In welchen Slicer-Programmen ist es vorhanden?
Ironing ist heute in fast jedem populären Slicer zu finden. In Cura kann es mit der Option „Enable Ironing” eingestellt werden, in PrusaSlicer unter dem Abschnitt „Ironing”, und in OrcaSlicer im Bereich „Ironing Parameters”. Bambu Studio unterstützt auch diese Funktion. Egal welche Software Sie verwenden, Sie haben Zugriff auf die Ironing-Einstellungen.
Richtige Ironing-Einstellungen
Für saubere Ergebnisse müssen drei Parameter beachtet werden:
Ironing-Geschwindigkeit
Dies ist die Bewegungsgeschwindigkeit der Düse während des Glättens. Zu langsam (10-20 mm/s) führt zu Verbrennungen und übermäßigem Schmelzen, zu schnell (80+ mm/s) führt zu unzureichendem Glätten. Generell liegt der ideale Bereich bei 30-50 mm/s.
Ironing-Durchsatzrate (Flow)
Dies ist die Menge an Filament, die während des Glättens abgegeben wird. Sie liegt normalerweise zwischen 10–20 %. Bei PLA geben 15–20 % saubere Ergebnisse, bei PETG 10–15 %. Ein zu hoher Durchsatz führt zu Aufwölbungen auf der Oberfläche und Materialansammlungen.
Ironing-Zeilenabstand
Dies ist der Abstand zwischen den Glättdusgängen. Er sollte gleich dem Düsendurchmesser oder etwas kleiner sein. Bei einer 0,4-mm-Düse ist ein Abstand von 0,2–0,3 mm ideal. Ein großer Abstand hinterlässt Spuren, ein sehr kleiner Abstand führt zu unnötiger Zeitverschwendung.
Mit welchen Materialien wird es verwendet?
Ironing funktioniert am besten mit PLA und PLA+. PETG kann auch getestet werden, aber die klebende Natur des Materials kann leichte Spuren auf der Düse hinterlassen. ABS und ASA funktionieren ähnlich; jedoch ist die Verbesserung bei diesen Materialien möglicherweise nicht so deutlich wie bei PLA. Bei flexiblen Filamenten wie TPU wird Ironing nicht empfohlen, da die Düse die weiche Oberfläche eher beschädigt als glättet.
Grenzen des Ironings
- Erhöht die Druckzeit — bei großen Oberflächen kann es zu erheblichen Zeitunterschieden kommen.
- Betrifft nur die oberste Schicht; Seitenflächen und untere Schichten profitieren nicht davon.
- Bei komplexen Geometrien kann die Düse in Vertiefungen unerwünschte Spuren hinterlassen.
- Die Oberseite wird leicht glänzender, was möglicherweise nicht gewünscht ist, wenn eine matte Oberfläche bevorzugt wird.
Wir empfehlen, Ihre Ironing-Einstellungen zu optimieren, indem Sie mit einem kleinen Testteil Geschwindigkeit, Durchsatz und Abstand testen und die beste Kombination finden. Auf diese Weise sparen Sie nicht nur Zeit, sondern erhalten auch eine professionell aussehende Oberfläche.
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