Globaler 3D-Druckmarkt wächst im zweiten Quartal um 12 %: Dienstleistungen legen schneller zu als Hardware
Der globale 3D-Druckmarkt wuchs im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12 % auf 4,5 Milliarden US-Dollar. Die von Additive Manufacturing Research (AM Research) veröffentlichten Quartalsdaten zeigen, dass das Wachstum nicht allein auf den Verkauf neuer Drucker zurückzuführen ist: Auch Druckdienstleistungen und das Polymersegment hatten einen wichtigen Anteil daran.
Welche Bereiche stechen beim Wachstum hervor?
Im Datensatz von AM Research, der Metall-, Polymer- und Keramikdruck sowie die Umsätze mit Druckern, Materialien und Dienstleistungen erfasst, stieg der Gesamtmarkt von 4,4 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal auf 4,5 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal. Das Polymersegment war mit einem Volumen von 2,68 Milliarden US-Dollar der größte Bereich; im Vorjahresquartal hatte dieser Wert noch bei 2,42 Milliarden US-Dollar gelegen. Die Umsätze mit additiver Metallfertigung erreichten 1,81 Milliarden US-Dollar. Für Keramik wurde kein separater Betrag ausgewiesen.
Ein weiterer bemerkenswerter Posten in den Daten sind die Umsätze mit Druckdienstleistungen, die im zweiten Quartal mit 2,50 Milliarden US-Dollar angegeben wurden. Damit lagen sie über den 2,19 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Darstellung der Daten im Bericht deutet darauf hin, dass die Dienstleistungsumsätze bereits in den Summen für Metall und Polymere enthalten sind. Es wäre daher nicht korrekt, diesen Betrag zu den Segmentumsätzen hinzuzurechnen und so die Gesamtmarktgröße neu zu berechnen.
Teile und Fertigungskapazität statt eines eigenen Druckers kaufen
Eine mögliche Bedeutung dieser Zahlen für die Branche ist, dass Unternehmen für ihren Bedarf zunehmend externe Druckdienstleistungen oder Fertigungskapazitäten nutzen, statt in neue Maschinen zu investieren. Diese Einschätzung passt zum Wachstum der Dienstleistungen im Bericht. Die Daten allein belegen jedoch nicht, warum sich einzelne Kunden für eine bestimmte Lösung entscheiden. Auch Scott Dunham, Verantwortlicher bei AM Research, verweist auf die positive Entwicklung der Branche, hebt zugleich aber das Risiko hervor, dass der Druck durch Zinsen und Investitionsausgaben die Investitionen bremsen könnte.
Gerade für Teams, die Prototypen oder kleine Stückzahlen entwickeln, ergibt sich daraus eine praktische Entscheidungsfrage: Ist es sinnvoller, einen Drucker anzuschaffen und zu betreiben oder die benötigten Teile als Dienstleistung fertigen zu lassen? Die Antwort hängt davon ab, wie häufig der Bedarf auftritt, welche Geometrie das Teil hat, welches Material benötigt wird, welche Anforderungen an die Qualitätskontrolle bestehen und welches Fachwissen im Unternehmen vorhanden ist. Ein externer Dienstleister kann einen ersten Versuch ermöglichen, ohne dass Sie in Geräte investieren oder deren Auslastung planen müssen. Bei regelmäßigen Aufträgen und hohen Stückzahlen sollten Sie hingegen die Gesamtbetriebskosten gesondert prüfen.
Was FDM-Teams daraus ableiten können
Der Bericht umfasst alle Technologien der additiven Fertigung. Das Wachstum von 12 % sollte deshalb nicht direkt als Anstieg der Verkäufe von FDM-Druckern interpretiert werden. Der hohe Anteil der Polymere am Markt unterstreicht jedoch die Bedeutung des Ökosystems für Kunststoffteile und Dienstleistungen, zu dem auch die filamentbasierte Fertigung gehört. Bei einem FDM-Teil beeinflussen neben dem passenden Material auch das Design, die Druckausrichtung und die Einsatzbedingungen das Ergebnis. Wenn Sie über einen Prototyp oder ein funktionales Teil entscheiden, lohnt es sich daher, die Druckmaterialien anhand der konkreten Anforderungen zu beurteilen.
Wenn Sie ein individuelles Teil extern fertigen lassen möchten, können Sie sich über die Optionen für den 3D-Druckservice informieren, mehr über günstige 3D-Druckpreise erfahren und für Ihre Datei einen sofortigen Preis berechnen. Einen grundlegenden Überblick über die Kostenfaktoren bietet auch der Leitfaden zur Berechnung der 3D-Druckkosten.
Zusammenfassend zeigen die Daten für das zweite Quartal, dass der globale Markt für additive Fertigung wächst und die Dienstleistungsumsätze eine starke Entwicklung verzeichnen. Die allgemeinen Marktzahlen garantieren jedoch nicht automatisch Wachstum für eine einzelne Technologie oder ein einzelnes Unternehmen. Bei Entscheidungen im FDM-Bereich sollten Sie Ihren konkreten Teilebedarf, die Produktionshäufigkeit und die Materialanforderungen separat abwägen.

