CECIMO startet AM-Europe-Initiative zur Vereinigung des europäischen Ökosystems der additiven Fertigung
CECIMO, die führende Dachorganisation für Maschinen- und Fertigungstechnologien in Europa, hat offiziell die Initiative AM-Europe gestartet, um die additiven Fertigungsaktivitäten (Additive Manufacturing) auf dem gesamten Kontinent unter einem Dach zu vereinigen. Das neue Projekt zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit Europas im 3D-Druck zu stärken, die Standardisierung zu beschleunigen und insbesondere KMU den Zugang zu dieser Technologie zu erleichtern.
Was will AM-Europe erreichen?
AM-Europe, das unter dem Dach von CECIMO verwirklicht wird, soll die Koordination zwischen dezentral verteilten Forschungszentren, Universitäten, Maschinenbauunternehmen und Dienstleistern in ganz Europa sicherstellen. Die vorrangigen Ziele der Initiative sind wie folgt aufgelistet:
- Standardisierung: Harmonisierung der 3D-Druck-Standards in verschiedenen Ländern, um grenzüberschreitende Fertigung zu erleichtern.
- Kompetenz-Zentren: Aufbau regionaler Zentren, in denen KMU kostengünstig auf 3D-Druck-Technologien zugreifen können.
- F&E-Förderung: Finanzierung gemeinsamer F&E-Programme in kritischen Bereichen wie Verteidigung, Luftfahrt, Automobilindustrie und Medizintechnik.
- Bildung und Zertifizierung: Entwicklung eines einheitlichen Lehrplans und eines Zertifizierungssystems für technisches Personal, das im Bereich Additive Manufacturing tätig ist.
Insbesondere die breitere Anwendung ergonomischer Fertigungstechnologien wie FDM (Filament-Extrusion) in der Industrie steht auf der Agenda von AM-Europe.
Warum steht FDM-Technologie im Fokus dieser Initiative?
Industrielle FDM-Drucker werden in der europäischen Fertigungsindustrie immer häufiger bevorzugt, da sie niedrige Betriebskosten, eine große Materialpalette und eine schnelle Prototypen-Herstellung bieten. Der KMU-orientierte Ansatz von AM-Europe hebt besonders die Vorteile des FDM in der Kleinserienproduktion, der Ersatzteilherstellung und der Entwicklung von Funktionsprototypen hervor. Die im Rahmen der Initiative festgelegten gemeinsamen Qualitätsstandards könnten die industrielle Zuverlässigkeit von mit FDM gefertigten Teilen erhöhen und ihre Anwendung auf ein breiteres Spektrum ausdehnen.
Andererseits bietet der 3D-Druck mit kohlefaserverstärktem Filament, Nylon (PA) und Polycarbonat (PC) sowie anderen technischen Materialien eine kostengünstige Alternative zu traditionellen Fertigungsmethoden. Der Zertifizierungsrahmen, den AM-Europe festlegen wird, könnte auch die Verwendung von mit diesen Materialien gefertigten Teilen in reglementierten Bereichen wie Luftfahrt und Verteidigung erleichtern.
Übergang vom Prototyp zur Serienproduktion wird beschleunigt
Nach der Ankündigung von CECIMO wird sich AM-Europe nicht nur auf Forschung und Standardisierung beschränken, sondern auch darauf abzielen, ein Ökosystem aufzubauen, das den Übergang der industriellen 3D-Druckfertigung vom Prototypenstadium zur Serienproduktion beschleunigt. In diesem Zusammenhang sind auch digitale Bestandsverwaltung, bedarfsgerechte Fertigung und dezentrale Fertigungsmodelle Arbeitsbereiche der Initiative.
Während der Markt für Additive Manufacturing in Europa bis 2030 voraussichtlich 15 Milliarden Euro übersteigen wird, wird erwartet, dass Koordinationsinitiativen wie AM-Europe bei diesem Wachstum eine katalytische Rolle spielen werden. Die Initiative soll in den kommenden Monaten ihre ersten regionalen Zentren in den Mitgliedsländern eröffnen.
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